© Andreas Wiese
DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst

1256 gegründet und 555 Jahre Zisterzienserinnenkloster, weist Gravenhorst heute als DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst auf seine spirituelle Vergangenheit zurück, denn „Kunst wie Religion erweitern unsere Wahrnehmung, unser Bewusstsein und unsere Vorstellung von Welt und Wahrhaftigkeit“. Die 2004, nach dem Stand des 18./19. Jhs, restaurierte Anlage lässt ein Frauenkloster mittlerer Größe mit Kirche, Konvent- und Wirtschaftsgebäuden erkennen. Hier lebten bis zu 14 Frauen aus niederem Adel mit Laienschwestern und weltlichen Bediensteten und beteten für ihre Stifter und Gönnerinnen. Ihr Tagesablauf war streng: Gebet, Bibellektüre, Meditation, Handarbeit. Doch häufig unterliefen sie die Klausur, um ‚draußen‘ Geschäfte zu machen. 1811, nach der französischen Machtübernahme in Westfalen, wurde das Kloster säkularisiert. Schon Mitte des 18. Jhs hatten die Schwestern eine überkonfessionelle Mädchenschule gegründet, seit 1806 war im „Hochadeligen Gotteshaus“ eine Eisen-Schmelzhütte angesiedelt worden, wo man Waffen und Werkzeug, Haushalts- und Landwirtschaftsgeräte schmiedete. Neben der Gießerei versuchten zwei „Mechanici“, eine Dampfmaschine zu konstruieren. Später war das Kloster Jagdschloss eines Konsuls und Steinbruch, in der Nazi-Zeit Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager, Zufluchtsort für Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Ruhrgebiet. Nach dem Krieg züchtete man hier Champignons. Heute betreibt das DA in diversen Veranstaltungsformaten offene, erfahrungsorientierte Kunstvermittlung mit Gastkünstlern aus der ganzen Welt, die Kunst nicht „als schmückendes Beiwerk“ verstehen, sondern als „Forschung, Spiel und kritischen Diskurs im gesellschaftlichen Kontext“.


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