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| © Michal Slavicek | ||||||||
| Sonntag 03. August 2014 | 16:30 h Kloster Vinnenberg | Warendorf-Milte Eine geistige Übung in Tönen Wolfgang Fuyûgen Hessler | Shakuhachi Vor dem etwa einstündigen Konzert erläutert Wolfgang Fuyûgen Hessler die japanische Bambusflöte und ihre Bedeutung im japanischen Zen-Buddhhismus. Wolfgang Hesslers Ausbildung und musikalische Praxis gilt nicht nur der Musik einer Kultur. Er studierte zunächst Kontrabass in München (Solistendiplom) und spielte im Orchester der Bayerischen Staatsoper, bei den Münchner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Später studierte er die japanische Bambusflöte Shakuhachi in der Tradition der Kinko-Schule bei Dr. Andreas Fuyû Gutzwiller im Studio für aussereuropäische Musik an der Musikakademie Basel und bei Kawase Junsuke III, dem Oberhaupt der Zenkoku Chikuyusha in Tokyo. Dieser bestätigte ihm 2002 im Rahmen der Shihan-Menjô-Zeremonie die Tradition, übertrug ihm die Lehrerlaubnis und verlieh ihm den Namen „Fuyûgen“. „Etwa im 14. Jh. gelangte die Bambusflöte Shakuhachi von China nach Japan und wurde dort zunächst von Bettelmönchen gespielt. Diese formierten sie nach den Wirren der Bürgerkriege im 16. Jh. zu einem Orden, der Fuke-Schule, die sich intensiv um das Instrument bemühte und eine einzigartige Musik schuf. Mit den „Honkyoku“ (altüberlieferten Stücken) entstand eine einzigartige Form meditativer Praxis, eine sehr komplexe ‚Musik‘, die jedoch nicht als solche verstanden wurde, sondern als eine ‚geistige Übung in Tönen‘. Außenstehende dürften Honkyoku kaum jemals zu Gehör bekommen haben. Was so, abgeschlossen von der Gesellschaft und in der konzentrierten Atmosphäre der Tempel entstand, war eine Musik, der zwar japanische Skalen, Rhythmen und Formen zugrunde lagen und in die auch Geräusche aus der freien Natur (Vogelstimmen, das Rauschen des Windes durch Bambus und Kiefern etc.) Eingang gefunden haben, die aber umgeformt und ins Extrem gesteigert erscheint; eine Musik, die nur dem Atem und den reichen klanglichen Möglichkeiten der Shakuhachi verpflichtet ist und die keinerlei Rücksicht auf den Geschmack eines (ohnehin nicht vorhandenen) Publikums zu nehmen hatte – mit anderen Worten: eine wahrhaft absolute Musik. Das ästhetische Prinzip von Honkyoku ist „yûgen“
(undeutlich, geheimnisvoll, dunkel). Dieses Ideal, das die gesamte japanische
Kunst durchzieht, besteht darin, dass es die Andeutung höher bewertet
als lückenlose Klarheit, den Ausschnitt vor dem Ganzen bevorzugt
und auch eine Absage an die geschlossene, symmetrische Form beinhaltet
zugunsten eines freien Fortspinnens, bei dem sich die einzelnen Teile
in gegenseitiger Abhängigkeit befinden.“ Wolfgang Fuyûgen
Hessler |
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