| Donnerstag 14. Juli 2016 | 20:00 h
Maschinenhalle Fürst Leopold | Dorsten
Sheng und Bawu
WU WEI
Allein die Sheng konnte einst den Streit der Götter befrieden.
Und als sie, damals immerhin schon über 3000 Jahre alt, im 18.
Jh. in Europa für Aufsehen sorgte, nannte die Presse sie ganz verliebt
„liebliche Chineser Orgel“. Die Mundorgel mit den (Bambus-)Pfeifen
ist eins der wichtigsten Instrumente der traditionellen chinesischen
Musik und heute dabei, auch die klassischen Konzertsäle zu erobern
– mit Wu Wei als einem ihrer führenden Protagonisten.
Der Chinese und Wahlberliner, Komponist, Professor am Musikkonservatorium
in Shanghai, gilt weltweit als einer der größten Sheng-Virtuosen.
Er hat für das Instrument neue Spieltechniken entwickelt, mit ihm
internationale Preise gewonnen, als Solist trat er mit herausragenden
Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder dem London Symphony
Orchestra auf, u.a. unter den Dirigenten Kent Nagano und Gustavo Dudamel.
Aus Film- und Popmusik ist die Bawu auch Europäern im Ohr, die
weichen, gezogenen Töne, die reiche Ornamentik der Melodien. Was
aussieht wie eine Flöte, ist, wie die Sheng oder die Maultrommel,
auch das Akkordeon, ein sog. Durchschlagzungen-Instrument. Eine Zunge,
ein Streifen Metall, der an einem Ende auf einen Rahmen genietet ist
– bei der Sheng in jeder Pfeife einer –, schwingt beim Anblasen
und erzeugt dadurch den Ton.
In traditionellen und neuen Stücken sowie mit Improvisationen zwischen
Ost und West stellt Wu Wei in der „schwarzen Halle“ von
Fürst Leopold, inspiriert von der Ausstellung seiner Landsmännin
Chen Xiaodan, Sheng und Bawu vor.
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