Sonntag 07. September 2014 | 16:30
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Barockkirche St. Franziskus | Vreden-Zwillbrock
Wind Quintette
Wally Hase | Querflöte
Nick Deutsch | Oboe
Thorsten Johanns | Klarinette
Frank Forst | Fagott
Saar Berger | Horn
Ein Quintett hochkarätiger Solisten aus Australien, Israel
und Deutschland, ein jeder hervorgetreten bei internationalen Wettbewerben
und Konzerten, eine Soloposition bei einem namhaften Orchester bekleidend
oder eine Professur in Maastricht, Leipzig oder Weimar: Ein musikalisches
Ausrufezeichen beendet die „summerwinds“ 2014 an einem der
prächtigsten Orte des Münsterlands. Im Fokus steht eine Werkgattung,
die heute ‚normal‘ ist, von der die kühnsten Komponisten
aber noch nicht träumten, als man im Zwillbrocker Venn die Barockkirche
baute. Denn erst 1814, in der Weltstadt Paris, kam das Holzbläserquintett
zur Welt, mit der Uraufführung von Reichas Opus 88. Spontan gab‘s
triumphalen Beifall für die Interpreten, und den Komponisten, einen
„der eigenartigsten Köpfe der experimentierenden Frühromantik“
(E. Bücken), den „neue Ideen elektrisierten auf eine kaum
begreifliche Art“ (Reicha), setzte man mit Haydn als dem Schöpfer
des Streichquartetts gleich. Diesem Klassiker stellen die summerwinds-Solisten
Ligetis „Bagatellen“ entgegen, ein Virtuosenstück des
modernen Bläserquintett-Repertoires. Und nachdem zu Konzertbeginn
mit der „Walking Tune“ – Grainger hatte die Melodie
vor sich hingesummt, als er einmal die Schottischen Highlands, an die
das Zwillbrocker Moor erinnert, drei Tage lang durchwanderte –
schon die Farben des Spätsommers zu glühen begannen, löscht
sie noch einmal eine unvergessliche Musik Mozarts aus, eine Oper, „auf
Harmonie gesetzt“, für ein kleines Holz- und Blechbläserensemble
umgeschrieben. Ein heitrer wood-Wind weht aus dem Sommerfest hinaus,
ein Evergreen, für unterwegs, beim Fahren zu summen – „così
fan tutte“.
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